1. Mandra
  2. Sikoses

Folker review Sikoses

MONSIEUR DOUMANI
Sikoses

(Eigenverlag, go! www.monsieurdoumani.com )
13 Tracks, 53:38, mit Foto u. engl. u. zypr. Infos

In Heft 1/2015 besprachen wir das Debütalbum dieses zypriotischen Trios, und schon schieben Demetris Yiasemides, Angelos Ionas und Antonis Antoniou ihre Nummer zwei nach. Im Unterschied zu Grippy Grappa präsentiert Sikoses nicht so viele verschiedene Musikstile, sondern erscheint musikalisch mehr aus einem Guss, wenn auch die Zwischenspiele abwechslungsreich zwischen traditionelleren und jazzigeren Partien rangieren. Der Schwerpunkt lieg eindeutig auf den Texten, die im regionalen Idiom des zypriotischen Griechisch verfasst und so Griechen nicht ohne weiteres verständlich sind, erst recht nicht dem Rezensenten, der aber auf englische Übersetzungen im Beiheft zurückgreifen kann. Doch auch hier müsste man wohl noch mehr Erklärungen haben, um die vielen den Zyprioten wohl geläufigen Anspielungen zu verstehen. Es geht jedenfalls um eine Demaskierung gesellschaftlicher und politischer Missstände, die ironisch auf den Arm genommen werden. Sikoses ist der Name des letzten Schlemmens vor der Fastenzeit, des Karnevals eben, sodass die Lieder gleichsam musikalische Büttenreden sind. Der an die tschechische Gruppe Krless erinnernde Gesang lässt auch des Zypriotischen Unkundige den Witz der Lieder erspüren.

Michael A. Schmiedel